Sie kämpfen täglich um das Leben Ihrer Mitmenschen. Doch Ihre eigene Gesundheit kommt immer wieder zu kurz. Damit ist jetzt Schluss: Wir haben die zehn besten Tipps für Sie, damit Sie Ihre persönliche Fitness und Ihr Wohlbefinden als Einsatzkraft bei Polizei, Feuerwehr oder im Rettungsdienst schnell und einfach steigern können.

Ob braungebrannter Bademeister (David Hasselhoff/Baywatch), Bad-Boy Polizist (Will Smith/Bad Boys) oder brillante Bundeswehrärztin (Marlene Marlow/Die Rettungsflieger), sie alle haben eines gemeinsam: Keinem TV-Helden sieht man die Strapazen an, die der Wechselschichtdienst mit sich bringt. Jung, gesund und für den Dienst gestählt, trainieren sie fleißig zwischen den Einsätzen im luxuriösen Fitnessraum der Wache, finden Ausgleich in spannenden Hobbies und führen intakte Beziehungen. Zugegeben: Letzteres allein schon aus dramaturgischen Zwecken meist dann doch nicht. Aber mit dem echten Alltag von Rettern und Schützern hat dies wenig zu tun.

Der „Brenner“ als Urtyp des Sanitäters?

Der österreichische Autor Wolf Haas zeichnet ein ganz anderes Bild des Notfallsanitäters. In seinen Kriminalromanen um die Figur des Wiener Ex-Polizisten und jetzt „Sankafahrers“ Simon Brenner, blickt man auf einen vorzeitig gealterten Mann, ausgelaugt vom Berufsleben, mit kaputtem Rücken, der ständig an der Zigarette hängt und sich von der Spenderleber ernährt, wie das mit Fleischkäse gefüllte Brötchen, auch als Leberkäs’semmel bekannt, im Rettungsdienst-Jargon heißt. Und wenn wir nicht alle aufpassen, könnte aus uns allen so ein Brenner werden, die wir mit dem Rettungswagen, der Funkstreife oder dem Feuerwehrauto unterwegs sind. Nämlich genau dann, wenn wir vergessen, auch an unsere eigene Gesundheit zu denken.

Einsatzkräfte sitzen im Dienst über 80 Prozent!

Rettungsdienst-Mitarbeiter verbringen einen Großteil ihres Arbeitstages im Sitzen: Beim Warten auf der Wache, auf Einsatzfahren im RTW oder noch länger bei Verlegungen im Krankentransport. Für Polizisten sieht es ähnlich aus: Auf Streife im Auto sitzend oder bei der Bewältigung der Einsatzdokumentation am Schreibtisch auf dem Revier. Dafür wird es im Einsatz schnell körperlich anspruchsvoll, wenn gespurtet, geklettert und im schlimmsten Fall sogar mit körperlicher Gewalt eingegriffen werden muss. Der Rettungsdienstler erklimmt inzwischen – bepackt mit Notfallrucksack, Beatmungseinheit, Monitor/Defibrillator und Absauger das kleine Bad im 2. OG eines Einfamilienhauses und stellt wie immer fest, dass es um den dort gestürzten Patienten weder Abstellflächen gibt, noch dass er, ohne größeren akrobatischen Akt, hinter der Türe des WCs erreichbar ist. Nach erfolgter Behandlung in Yoga-artigen Posen, geht es dann mitsamt Equipment und Patient auf dem Tragestuhl die enge, gewendelte Treppe, wieder nach unten…

Einsatzdienst begünstigt ungesunden Lebensstil

Aber nun gut mit der Schwarzmalerei. Nicht jeder Einsatz ist so und ob Polizist, Feuerwehrmann oder Notfallsanitäter: Wir machen unseren Job doch wirklich gern. Aber überall lauern Gesundheitsrisiken auf die Einsatzkräfte. Essen muss schnell gehen oder wird gleich durch zuckerhaltige Limonaden und eine Zigarette dazu ersetzt. Der eigentlich biologische Lebensrhythmus wird fortan vom Dienstplangestalter vorgegeben und das Einsatzgeschehen verlangt körperliche und mentale Höchstleistungen ab.

Darum haben wir zehn Ideen zusammengetragen, wie Sie künftig bereits im Dienst mehr für Ihre Gesundheit tun können. Sicherlich sind nicht alle Anregungen immer durchführbar, wieder andere haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber halten Sie sich auch wirklich daran? Dann sind diese Tipps eine gut gemeinte Erinnerung an Sie, sich mehr um ihr wertvollstes Arbeitsmittel im Einsatz zu kümmern, nämlich um Sie selbst:

1. Wärmen Sie sich vor dem Dienst auf

Ja, genau richtig: Arme kreisen, Squads, ein paar Dehnübungen… Starten Sie mit diesem Ritual in die Schicht und überprüfen Sie nicht nur die technische Ausstattung auf ihre Funktionalität, sondern auch sich selbst!

2. Nutzen Sie Bewegungspausen sinnvoll

Dem ein oder anderen Kollegen kommt dieser Tipp spanisch vor: Je nach Wache gibt es einfach so etwas wie Leerlauf gar nicht. Doch nicht jeder tut seinen Dienst auf dem Kiez oder Ku’damm. Wer seine 12 oder gar 24-Stunden-Schicht auf einer idyllischen Landwache verbringt, kann dort eine echte Nullnummer erleben.
Für diese Fälle eine Runde Tischtennis zu empfehlen, klingt eher niedlich, als logisch. Doch wer sich selbst mit der Couch verschmelzend im Dienst vorfindet, der sollte schleunigst darüber nachdenken, ob er noch fit genug für einen anspruchsvollen Einsatz wäre. Und mal ehrlich: Vergeht die Zeit nicht schöner und schneller, wenn man einmal um die Wache spaziert oder eine Runde kickert? Machen Sie die Fahrzeugwäsche zu Ihrem täglichen Workout!

3. Beugen Sie vor

Im Einsatz gibt es kein Pardon. Da wird Ihnen körperlich alles abverlangt, was nötig ist, um den Einsatz erfolgreich abzuschließen. Wer untrainiert inden Dienst geht, riskiert sich selbst zu verletzen und überlastet seine Kollegen, die diese Defizite ausgleichen müssen.

Darum trainieren Sie im Fitness-Center. Nicht für den Chef oder den Einsatz, sondern für Sie selbst. Denn starke Gelenke, Bänder und Sehnen, halten im Ernstfall einfach auch mehr aus. Oder wollen Sie selbst zum Patienten werden?

4. Achten Sie auf Ihre Ernährung

Nur ein satter Sanitäter ist ein guter Sanitäter. Die Weisheit über Stimmungszustand in Relation zur Bauchfüllung findet sich wohl in vielen Lebensbereichen. Für Einsatzkräfte, die teils 12 Stunden oder sogar noch länger leistungsfähig sein sollen, ist die Ernährung besonders wichtig. Wer ständig unterwegs ist und keine Chance hat, ein mitgebrachtes Essen in der Wache einzunehmen, sollte bei der mobilen Nahrungsbeschaffung nicht nur Döner mit Pizza variieren. Tagsüber genau so wie im Nahtdienst. Ihre Ernährung bestimmt Ihre Leistungsfähigkeit zu einem enormen Anteil.

Mehr dazu auch in unseren Ernährungtipps für Schichtarbeieter

5. Nutzen Sie Arbeitshilfen

Führen Sie ein Rollbrett mit? Verwenden Sie es auch? Oder wird mit viel Schwung umgelagert? Nutzen Sie vorhanden Arbeitshilfen, wann immer es geht, um Ihren Körper zu entlasten. Hat der Patient eine Gehhilfe oder einen Rollator und darf laufen, dann lassen Sie ihn auch! Sichern Sie ihn gegen Sturz ab, aber ersetzen Sie nicht den Stock.

6. Bilden Sie sich fort

Der schlechteste Kollege, den Sie haben können, ist die Unsicherheit! Er nagt an Ihren Nerven und lässt Sie im Einsatz an sich selbst zweifeln. Erkennen Sie Ihre Defizite und nutzen Sie die Pausen zwischen den Einsätzen, um sich fortzubilden.

7. Autogenes Training und Entspannung

Einsätze können sehr belastend sein. Neben emotionalen Momenten durch Patientenschicksale können auch Spannungen innerhalb eines Teams oder in der Zusammenarbeit mit anderen Rettungskräften entstehen.

Legen Sie sich ein dickes Fell zu, wenn Sie wieder durchs Feuer gehen müssen. Autogenes Training und Entspannungsübungen, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, können Ihnen helfen, auch in stressigen Situationen nicht den Halt unter den Füßen zu verlieren. Und wenn es einmal zu viel wird, nutze Sie die Möglichkeiten der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte.

8. Hören Sie Musik

Ob für die Fahrt oder beim Warten in der Wache: Stellen Sie sich Ihren eigenen musikalischen Lieblingsmix zusammen. Denn nicht immer passt die Musik im Radio auch zu Ihrer Stimmung. Wählen Sie bei Ihren Playlist aus Stimmungsaufhellern und beruhigenden Elementen. Das kann sich auch positiv auf ihren Fahrstil auswirken.

Bei Einsatzfahrten gilt natürlich immer volle Konzentration.

9. Kalender führen

Wissen sie immer auswendig, wann Sie Dienst haben? Und weiß das auch Ihre Familie? Absprachen mit Ihren Angehörigen verhindern Konflikte und Sie können vor allem auch Ihre freien Tage zuverlässig für Sie selbst planen.

10. Halten Sie durch

Einmal gelesen, am selben Tag ausprobiert, am Nächsten wieder vergessen… Das ist das Schicksal vieler Gesundheitstipps. Aber nur, wer die Ratschläge konsequent verfolgt, hat eine Chance darauf, langfristig wirklich gesund durch das Leben als Einsatzkraft zu manövrieren.

Bleiben Sie also hartnäckig, wenn es um Ihre eigenen Gesundheit geht. Ermahnen Sie sich selbst immer wieder zu einem gesünderen Lebensstil. Visualisieren Sie Ihre Vorsätze mit Post-Its oder kleinen Notizen am Rückspiegel zur aufrechten Sitzhaltung beim Fahren und Beifahren, oder der Fernbedienung des Fernsehers in der Wache, den Sie auch direkt ausschalten könnten und sich somit schon wieder ein wenig mehr für Ihre Gesundheit bewegt haben.

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