Einmal Notarzt sein, mit Blaulicht durch die Straßen düsen und Leben retten… Und das alles für nur 2100 Euro? Nein, das ist kein Erlebnis, das es als Abenteuer-Gutschein in einer Geschenkbox unter dem Weihnachtsbaum gibt, sondern ein Strafbescheid vom Amtsgericht Saarlouis für einen 27-jährigen Krankenpfleger aus dem Saarland.

Wie der Saarländische Rundfunk am 12.12.2016 berichtete, hatte sich der Mann im Juni dieses Jahres im Marienhaus-Klinikum Dillingen sowie zweimal im Krankenhaus Saarburg als Notarzt ausgegeben. In Dillingen betrat er, ausgestattet mit einem Defibrillator, das Krankenhaus völlig grundlos und verschwand dann wieder, während er in Saarburg einen nichtexistierenden Patienten zur Verlegung abholen wollte. Was am einen Tag nicht klappen konnte, versuchte er am nächsten Tag gleich noch einmal. Aufmerksames Klinikpersonal verständigte daraufhin die Polizei, welche die weiteren Ermittlungen aufnahm.

Missbräuchliches Führen eines akademischen Titels

Da bei seiner Hochstapelei zum Glück niemand zu Schaden kam, verurteilte das Amtsgericht Saarlouis den Krankenpfleger zu einer Bewährungsstrafe von 70 Tagessätzen zu je 30 Euro wegen des missbräuchlichen Führens eines akademischen Titels, wie das kriminelle Doktorspielen von Juristen bezeichnet wird.

Für den 27-Jährigen dürfte es aber noch zu einer weiteren Verurteilung kommen: Im Rahmen der bei den Ermittlungen durchgeführten Hausdurchsuchung bei dem Mann erhärtete sich der Verdacht, dass der Beschuldigte in seiner Arbeit als Krankenpfleger mehreren Patienten Schlaftabletten in hoher Konzentration verabreicht hat, um anschließend als „Retter“ aufzutreten. Ob hierbei Menschen zu Schaden gekommen sind, wird das noch offene Verfahren untersuchen.

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